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Akne

 

Kapitel-Übersicht:

 

 

 




Hauterkrankung und nicht nur Pubertätspickel



Foto: ABDA

 

Auch wenn die Akne in der Regel zum Beginn der Pubertät zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr durch die hormonellen Umstellungen ihren Anfang hat, handelt es sich um eine Erkrankung der Haut und nicht um eine Pubertätserscheinung, welche einfach hingenommen werden muss.

 

In der Pubertät werden bei Jungen und Mädchen vermehrt männliche Geschlechtshormone (Androgene) gebildet. Diese Androgene sorgen an den Talgdüsen in der Haut für eine gesteigerte Talgproduktion (Seborrhoe). Da die Empfindlichkeit der Talgdrüsen auf die Androgene nicht bei allen Menschen gleich ist, findet sich hier ein Grund, warum manche Menschen stärker betroffen sind als andere.

 

Durch den Einfluss der Hormone kommt es zudem zu einer Verhornung und Einengung des Talgdrüsen-Ausführungsganges, gegebenenfalls auch zu einem Verschluss mit einem Hornpropf (Mikrokomedo). Im weiteren Geschehen kommt es dann zu etwa stecknadelkopfgroßen, hautfarbenen Knötchen, welche ohne sichtbare Öffnung (geschlossene Komedonen) oder mit einer kleinen Öffnung (offene Komedonen) in der Mitte sind. Dort ist in der Regel dunkel gefärbtes Material (Hautpigmente der Hornzellen, bzw. oxidative Veränderung des Talgs an der Luft) sichtbar.

 

Kommen jetzt noch die Bakterien, die sich von Bestandteilen des Talgs ernähren mit ins Spiel, ist die Entzündung kaum noch zu vermeiden. Im Milieu des Mitessers können sich diese normalen Bewohner der menschlichen Haut besonders gut vermehren. Durch die Bakterien werden aus dem Talg hautreizende Stoffe (z.B. Fettsäuren) gebildet, wodurch wiederum von den umgebenden Zellen Botenstoffe ausgeschüttet werden, die das Immunsystem vor Ort aktivieren. Die Entzündung beginnt! Platzen die Talgdrüsen, ergießt sich der Inhalt in das umliegende Gewebe, so dass die Entzündung sich ausbreitet.

 

So entstehen die typischen Merkmale der roten Pickel (Pappeln), der Eiterbläschen (Pusteln) und der Knoten.

 

Je nach Erscheinungsform, unterscheidet man verschiedene Schweregrade der Akne. Im wesentlichen sind das:

  • Komedonen-Akne (Acne comedonica): Hier überwiegen vor allen die Mitesser.
  • Papustulöse Akne (Acne papulopustulosa): Das Erscheinungsbild der Akne ist vor allem geprägt durch entzündete, gerötete Pickel (Pappeln und Pusteln).
  • Knoten-Akne (Acne conglobata): In dieser Form breitet sich die Entzündung auf das umliegende Gewebe aus. Eine Abheilung erfolgt unter Narbenbildung. Von dieser schweren Form der Akne sind Jungen und Männer häufiger betroffen als Mädchen und Frauen.

 

 

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Warum behandeln

 

Eine sinnvoll eingesetzte Behandlung der Akne verbindet mehrere Vorteile miteinander:

Die Akne-Schübe können in ihrer Häufigkeit reduziert werden.
Der Verlauf eines Akne-Schubs kann verkürzt werden.
Die Schwere der Akne kann vermindert werden.
Die Bildung von Narben kann vermieden werden.

 

 

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Wann behandeln

 

In der Regel ist jede/jeder Jugendliche vorübergehend oder dauerhaft mehr oder weniger stark von der Akne betroffen. In 20 bis 30 Prozent der Fälle ist die Akne so schwer, dass sie deutlich sichtbar ist und außerdem zur Narbenbildung führen kann. Trotzdem geben bis zu 80 Prozent der Betroffenen an, unter ihrer Akne zu leiden.

 

Auch eine beginnende Akne mit vornehmlich Mitessern sollte daher ärztlich untersucht werden. Spätestens wenn Entzündungen der Haut hinzukommen, sollte mit einer Behandlung begonnen werden.

 

 

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Wie behandeln

 

An erster Stelle steht natürlich das Meiden von Akne-fördernden Produkten. Hierzu zählen z.B. fettige Make-ups, manche Sonnenschutzmittel, wie auch fettende Pflegeprodukte. Aber auch die Auswahl einer Feuchtigkeitscreme kann ungeeignet sein, wenn sie Stoffe enthält, welche selber die Bildung von Mitessern fördern. Beim Einkauf von Pflegeprodukten sollte man sich daher in jedem Fall eingehend beraten lassen.

 

Manchmal lässt sich auch durch eine Änderung von Essgewohnheiten eine Besserung erreichen. So kann z.B. eine Verminderung der "schweißtreibenden" Stoffe im Essen (Pfeffer, Knoblauch, Zwiebel, Peperoni, Tabasco, Senf u.a.) eine Besserung bringen. Nahrungsmittel wie Cola, Schokolade oder Hamburger haben dagegen keinen Einfluss auf die Akne.

 

Da auch Medikamente als Ursache oder als Verstärker einer Akne in Frage kommen, sollten ALLE angewendeten Medikamente in das Behandlungsgespräch beim Arzt mit einbezogen werden.

 

Aus den Entstehungsbedingungen ergeben sich auch die Behandlungsmöglichkeiten:

Reinigung der Haut, um Talgüberproduktionen zu entfernen.
Salicylsäure zur äußerlichen Anwendung, um die Verhornung der Talgdrüsenausgänge aufzuweichen und zu reduzieren.
Antibakteriell wirkende Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung, um die Menge der Entzündungsprozess beteiligten Bakterien zu vermindern.
Antibiotika zur Einnahme, um Mengen an Bakterien zu vermindern, die anders nicht ausreichend angreifbar sind.
Hormone, um die Wirkung der Androgene auf die Talgdrüsen und die Verhornung zu mindern. Diese Behandlungsmöglichkeit kommt vor allem bei Frauen zum tragen, die schon Hormone (z.B. die "Pille") einnehmen und die durch einen Wechsel auf ein anderes Hormonpräparat eine Besserung der Symptome erfahren.

 

Eine systemische Behandlung (Einnahme von Medikamenten) wird dabei aber erst in Frage kommen, wenn die lokale Anwendung (äußerliche Behandlung) von Therapiemaßnahmen einen nicht ausreichenden Erfolg bringt.

 

Eine Standard-Dauer-Therapie gibt es nicht. Die Behandlung der Akne wird immer auf den Hauttyp und den aktuellen Schweregrad der Erkrankung abgestimmt sein.

 

 

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Womit behandeln

 

Zu den lokal angewendeten Wirkstoffen gehören:

Antibiotika wie z.B. Erythromycin, Chloramphenicol oder Clindamycin - verschreibungspflichtig!
Azelainsäure - verschreibungspflichtig!
Benzoylperoxid (BPO)
Salicylsäure
Tretinoin (Vitamin-A-Säure) - verschreibungspflichtig!

 

Zu den systemisch angewendeten Wirkstoffen gehören:

Isotretinoin - verschreibungspflichtig!
Minocyclin - verschreibungspflichtig!
Hormon-Präparate, in der Regel Kombinationen aus Östrogenen und/oder Gestagenen mit antiandrogener Wirkung wie z.B. Ethinylestradiol / Estradiol / Chlormadinonacetat / Dienogest / Cyproteronacetat - verschreibungspflichtig!

 

 

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Erfolgsaussichten der Behandlung

 

In den meisten Fällen heilt die Akne um das 20. Lebensjahr herum ab. In manchen Fällen dauert es bis zum 30. Lebensjahr, und in Ausnahmefällen entwickelt sich die Akne erst im Erwachsenenalter (meist durch Hautpflege- und Kosmetikprodukte mit komedogenen Inhaltsstoffen verursacht) oder besteht als chronische Hauterkrankung ein Leben lang.

 

Je eher eine beginnende Akne Behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Um unnötige Rückfälle zu vermeiden, sollte auch nach dem Abheilen der Akne auf komedogene Hautpflege- und Kosmetikprodukte verzichtet werden. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Wiederaufflackern der Akne ist der frühe Gang zum Arzt eigentlich selbstverständlich.

 

 

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Psychische Probleme berücksichtigen

 

Die eigene Verunsicherung, Zurückhaltung und ein unnötig angeknackstes Selbstwertgefühl sind meist die Ursache weitere psychische Probleme, bis hin zur manifesten Depression.

 

"Wahre Schönheit kommt von innen", davon sind die meisten Akne-Patienten überzeugt. Oftmals wird jede Ablehnung durch Andere oder jeder Misserfolg darauf zurückgeführt, dass andere Menschen einen nur nach der äußeren Erscheinung beurteilen. Man sollte aber den Menschen etwas mehr Urteilsvermögen zutrauen. Auch Nicht-Akne-Patienten haben Misserfolge und werden nicht von allen Menschen gemocht.

 

Oft ist es gerade die Haltung, dass das eigene Aussehen oder die falsche Beurteilung durch die anderen als Ursache anzusehen ist selber der Grund für die ablehnende Haltung der anderen. Es ist selten so, dass Personen, die die Schuld für Misserfolge immer bei anderen suchen sehr beliebt sind.

 

Auch wird oft die zurückhaltende Vorgehensweise anderer Menschen (sie möchten einfach nicht verletzend sein) mit einer Ablehnung gleichgesetzt. So kann sich in der Regel keine vertrauensvolle Beziehung entwickeln. Zieht sich der Akne-Patient dann auch noch selber zurück und meidet Kontakte, ist es wirklich kein Wunder, dass sich das ungünstig auf Schule, Beruf und Familie auswirken kann. "Wahre Schönheit kommt von innen", und der Akne-Patient sollte sie zeigen. Ein Lächeln und der freundliche Umgang mit Menschen machen jeden schöner, und wenn die Behandlung der Akne konsequent durchgeführt wird sollte nach einiger Zeit dieser Effekt durch eine bessere Haut unterstützt werden.

 

 

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Anhang

 

Bakterielle Erreger:

 

Propionibacterium acnes (Corynebacterium acnes)

P.acnes lebt als normale Flora in den Talgdrüsen. Durch Lipasen produziert P.acnes im Talg freie Fettsäuren, die in der Follikelwand eine Entzündung hervorrufen.

 

 

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